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Bestandsentwicklung

1. Methodik

Wir zählen die Rebhühner mit zwei Methoden: Durch eigene Kartierung (mit Abspielen von Rebhuhnrufen) und durch Umfragen bei der Jägerschaft. Beide Methoden haben ihre Vorteile: Die eigene Kartierung ermöglicht eine relativ genaue Bestimmung des Frühjahrsbestandes, kann aber nicht flächendeckend erfolgen. Die Sichtungen durch die Jäger erfassen im Landkreis die gesamte Fläche mit Rebhuhnvorkommen, sind aber nicht so vollständig.

Messung des Frühjahrbestandes im Februar/März

mit Hilfe einer Klangattrappe

1.1 Eigene Kartierung:

Auf 90 km² kartieren wir mit Klangattrappen die antwortenden Vögel im Spätwinter seit 2006. Diese Kartierung erbringt nur verlässliche Zahlen, wenn sie in der Zeit erfolgt, in der die Rebhühner am intensivsten rufen. Das ist die Zeit der Familienauflösung und Paarbildung im Februar/Anfang März. Wetterbedingt kann sich die Jahreszeit etwas verschieben. In dieser Zeit rufen die Rebhühner lediglich in der Morgen- und Abenddämmerung intensiv, jeweils 30 – 45 Minuten lang. Es kann also jeden Tag nur sehr kurz kartiert werden, daher erfordert die Methode, dass viele Kartierer teilnehmen. Wir kartieren ausschließlich in der Abenddämmerung. Die Transekte, die dabei abgegangen werden, decken das erfasste Gebiet lückenlos ab.

 

1.2 Umfragen bei der Jägerschaft

Alljährlich im Winter (2005/2006) schreiben wir alle Jäger im Landkreis an, die in ihrem Revier Rebhühner gesichtet haben (zwischen 82 und 127 Jäger). Diese tragen in Karten ihre Rebhuhnsichtungen des vergangenen Jahres ein. Die Antwortquote lag bei ca. 50 %. Allerdings wurden pro Revier oft mehrere Jäger angeschrieben, so dass die Nichtmeldung einiger Jäger auf Absprache innerhalb des Reviers beruht. Wir bereinigen die Sichtungen von möglichen Doppelsichtungen.

Einen herzlichen Dank an alle Jäger, die uns unterstützen und ihre Daten zum Rebhuhnbestand zur Verfügung stellen!

 

2. Ergebnisse

Die Zählungen aus dem Monitoring und aus den Jägersichtungen sind in der unteren Abbildung 1 dargestellt. Beide Methoden ergaben im zweiten Jahr einen Populationsrückgang, über die vier Jahre hat sich die Populationsgröße erhöht, um 54 % (Monitoring) bzw. 27 % (Jäger).

Um die Sichtungen der Jäger aus dem Vorjahr mit dem Frühjahrsbestand, der im Monitoring gezählt wurde, vergleichbar zu machen, gibt es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Bei den dargestellten Werten wurden alle Individuen (auch Jungvögel) - abzüglich der Wintermortalität - im nächsten Frühjahr als  0,5 Paare interpretiert. Dabei ergeben sich für das Überschneidungsgebiet beider Methoden recht ähnliche Werte.

Abb. 1: Anzahl der Paare, ermittelt durch Monitoring und Jägersichtungen, innerhalb des

90 km² großen Monitoringgebietes in den Jahren 2006 - 2009

 

Das Monitoring umfasst nur einen Teil der Rebhuhnpopulation im Projektgebiet. Nimmt man an, das Monitoring habe die korrekten Bestandszahlen ermittelt, ergibt sich für die Jägersichtungen ein Korrekturfaktor. Die Jägersichtungen umfassen den ganzen Landkreis, daraus schätzen wir eine Bestandsgröße von ca. 300 Paaren im Landkreis Göttingen.

 

Bei der Interpretation der Bestandsentwicklung muss man berücksichtigen, dass Rebhühner natürlicherweise eine starke Populationsdynamik aufweisen und dass erst längerfristige Trends etwas über die Effekte von Schutzmaßnahmen aussagen. Der größte Teil der Blühstreifen wurde erst im Jahr 2007 angelegt (siehe Rebhuhnschutzprojekt).

 

2.1 Die Entwicklung der Frühjahrsbestände rufender Rebhähne in der Gemarkung Nesselröden

Die Gemarkung Nesseröden zeichnet sich durch eine sehr hoche Dichte an rebhuhngerecht bewirtschafteten Blühstreifen aus (s. Abb. 2). Im Laufe der letzten 4 Jahre hat sich der Frühjahrsbestand rufender Rebhähne mehr als verzehnfacht (s. Abb. 3).

 

Abb. 2: Gemarkung Nesselröden, mit einer Vielzahl rebhuhngerechter Blühstreifen  

 

Abb. 3: Frühjahrsbestand rufender Rebhähne in der Gemarkung Nesselröden

                                                                            

              

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